Wir haben dieses Dokument geschrieben, um Systembetreuern und Netzwerkadministratoren die Verwendung von FilterSurf so einfach wie möglich zu machen. Man kommt besonders einfach in den Genuss von FilterSurf, wenn man eine "FilterSurf-Box" vor Ort in das Schüler-Netzwerk integriert. Die Installation ist dann in wenigen Schritten erledigt (auch ohne tiefes Hintergrundwissen). Wer sofort loslegen möchte, sollte kurz die Begriffserklärungen überfliegen (Kapitel 1) und sich dann direkt die Anleitung zur Erst-Installation ansehen (Kapitel 2).
Benutzer, die einen tieferen Einblick in die Funktionsweise wünschen, kommen ebenfalls nicht zu kurz. In den hinteren Kapiteln gehen wir detailliert auf einige Sonderfälle und die verschiedenen Konfigurationsmöglichkeiten ein.
Bevor es los geht, noch der Hinweis: FilterSurf kann man auch ohne FilterSurf-Box verwenden. Dieses Szenario ist besonders für technisch versierte Benutzer von Interesse, die dadurch die Anschaffungskosten für die FilterSurf-Box einsparen können.
Alle Schulen sind nach derzeitiger Rechtsauffassung angehalten, "alles – im Rahmen der Technik – Mögliche zu tun", um Schüler vor jugendgefährdenden Internet-Inhalten in der Schule zu schützen. "FilterSurf" ist ein System, das den Internetzugang in einem Netzwerk kontrolliert und dabei versucht, jugendgefährdende (und auch andere) Seiten soweit wie möglich zu sperren. Prinzipiell ist für den Einsatz von FilterSurf Squid-Proxy-Server im eigenen Netzwerk erforderlich. Auf diesem Proxy-Server wird dann die FilterSurf-Software eingerichtet: Ein Perl-Programm, das alle Browseranfragen überwacht und dazu mit dem FilterSurf-Server kommuniziert.
Die FilterSurf-Box (abgekürzt einfach FSB) erleichtert die Installation von FilterSurf im lokalen Netzwerk erheblich. Es spielt dabei keine Rolle, ob ein Squid-Proxy-Server vorhanden ist oder nicht. Dadurch kann FilterSurf auch zum Einsatz kommen, wenn noch kein Squid-Proxy-Server vorhanden ist. Die Box wird einfach zwischen Internet-Router und Arbeitsplatzrechner eingebaut und kümmert sich (nach der menügeführten Konfiguration) fortan selbständig um die Internet-Filterung. Die FilterSurf-Box ist ein Mini-PC, der ohne Lüfter und Festplatte auskommt. Auf der FSB kommt ein spezielles Debian-Linux zum Einsatz, das nach dem Einschalten innerhalb weniger Minuten hochfährt und dann einsatzbereit ist. Die FSB ist dafür ausgelegt, ohne menschliche Beaufsichtigung betrieben zu werden.
Um den FilterSurf-Server müssen Sie sich normalerweise nicht kümmern. Dieser wird von den Entwicklern von FilterSurf gewartet. Es handelt sich dabei um einen "handelsüblichen" Rootserver, auf dem ein Debian-Linux mit der Server-Software von FilterSurf läuft. Prinzipiell ist es auch möglich, einen eigenen FilterSurf-Server an Stelle des "offiziellen" FilterSurf-Servers zu betreiben. Dieses Szenario ist aber nur in wenigen Ausnahmefällen sinnvoll. Falls Sie daran interessiert sind, melden Sie sich am besten bei den Entwicklern.
Squid, eine sehr populäre Linux-Software, ist der Web-Proxy-Server, der auf der FilterSurf-Box zum Einsatz kommt. Mit seiner umfangreichen Konfigurationsdatei /etc/squid/squid.conf lässt er sich mit einer Vielzahl von Parametern an fast jede erdenkliche Einsatzumgebung anpassen.
Proxy-Server kommen üblicherweise zum Einsatz, um die Geschwindigkeit des Internet-Zugangs in einem Netzwerk zu erhöhen. Alle Web-Browser auf den Arbeitsplatz-Rechnern werden dabei so konfiguriert, dass sie den gesamten Datenverkehr über den Proxy-Server abwickeln. Dazu ist die Kenntniss der IP-Adresse und des TCP-Ports des Proxy-Servers erforderlich. Der Proxy-Server nimmt dann die Anfragen der Browser entgegen, lädt die gewünschten Internetseiten herunter und schickt sie an die Browser zurück. Der Clou: Eine Kopie der abgerufenen Seite inkl. Bilder verbleibt auf dem Proxy-Server. Wenn nun mehrere Browser die gleiche Internetseite kurz nacheinander aufrufen, muss diese nur einmal aus dem Internet heruntergeladen werden. Der Proxy-Server kann sie ab dann in einem Bruchteil der Zeit aus seinem Cache (Zwischenspeicher) holen und direkt an die wartenden Browser schicken. Darüber hinaus sind Proxy-Server nützlich, um eine Zugriffskontrolle für den Internetzugang einzurichten. Sie können so konfiguriert werden, dass der Internetzugang nur für ausgewählte Rechner oder nur nach Eingabe eines Passworts freigeschaltet ist, während alle anderen nicht surfen dürfen.
FilterSurf macht besonders von der sog. Redirector-Funktion Gebrauch, die in der Squid-Konfigurationsdatei mit dem Schlüsselwort redirect_program bezeichnet wird. Falls Sie bereits einen Proxy-Server in Ihrem Netzwerk verwenden, kann der Squid auf der FSB diesen verwenden (sogenannter cache_peer). In einigen Fällen ist die Verwendung des vorhandenen Proxy-Servers sogar unumgänglich. Man spricht dann vom Betrieb mit "Zwangsproxy".
Egal ob bereits ein Zwangsproxy vorhanden ist oder nicht: Die Arbeitsplatzrechner, die sich "hinter" der FSB befinden, werden durch ein spezielles Verfahren nach der Installation der FSB dazu "gezwungen", den Squid auf der FSB zu verwenden - selbst dann, wenn gar kein Proxy-Server in den Browsereinstellungen eingetragen ist! Man spricht hierbei von einem sogenannten transparenten Proxy-Server. Weitere Details dazu gibt es im Abschnitt Netzwerk-Bridge.
Der Redirector ist eine wichtige Softwarekomponente von FilterSurf. Der Squid-Proxy-Server auf der FSB startet beim Booten der Box gleich mehrere dieser Redirectoren. Jede URL (z. B. http://www.google.de/), die in den Browsern auf den Arbeitsplatzrechnern eingetippt wird, erreicht zunächst den Squid-Proxy auf der FSB. Squid ist so konfiguriert, dass er jede URL vor dem Herunterladen an einen freien Redirector übergibt. Zur Erhöhung der Antwortgeschwindigkeit werden dabei wie erwähnt mehrere Redirectoren parallel angesteuert. Der Redirector leitet die aktuelle URL nun an den FilterSurf-Server weiter. Dieser entscheidet dann, ob die URL erlaubt ist oder gesperrt wird. Der Redirector veranlasst dann entweder den Download der URL oder stellt eine Zugriff-Verweigert-Seite dar. Eine schematische Darstellung dieses Vorgangs finden Sie im Anhang C.
Der FSB-Stick ist ein normaler USB-Memorystick mit z. B. 128 MB Speicher. Der Stick ist bootfähig und dafür gedacht, in besonderen Fällen in die FilterSurf-Box gesteckt zu werden. Wenn die FSB mit eingestecktem Stick eingeschaltet wird, bootet über SYSLINUX ein Mini-Linux-Betriebssystem vom Stick. Nach einigen Minuten kann man mit Tastatur und Monitor oder über SSH das automatisch startende Stick-Menü verwenden, um Sicherungen von der FSB anzufertigen und wiederherzustellen oder Updates der FSB-Software einzuspielen. Solche Vorgänge werden aus Sicherheits- und Stabilitätsgründen nicht im laufenden Betrieb vorgenommen. Genau dafür kommt der FSB-Stick zum Einsatz.
Beim Einsatz der FilterSurf-Box gibt es einen großen Vorteil im Vergleich zu den bisher am Markt existierenden Filter-Lösungen: Nach dem Einbau und der Verkabelung der FSB mit dem lokalen Netzwerk sind in den allermeisten Fällen keinerlei Änderungen an existierenden Servern oder an den Arbeitsplatzrechnern erforderlich. Das Netzwerk muss nicht an die FSB angepasst werden. Es muss stattdessen nur die FSB an die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden. Die Konfiguration der FSB erfolgt dabei mit einer grafischen Oberfläche (menügeführt). Fehleingaben werden dadurch schon von Anfang an verhindert. Zusätzlich unterstützen kontextsensitive Erklärungen den Benutzer bei allen Einstellungen.
Die nachfolgende Erklärung richtet sich eher an den interessierten Netzwerk-Administrator als an einen FilterSurf-Benutzer. Das genaue Verständnis ist für die Installation der FSB nicht erforderlich.
Die FSB arbeitet als sogenannte Netzwerk-Bridge: Sie verbindet das Internet mit den zu schützenden Arbeitsplatzrechnern. Im Prinzip kann man sich die FSB wie einen Netzwerk-Switch mit lediglich 2 Ports vorstellen. Das besondere dabei ist jedoch, dass die Netzwerk-Pakete nicht wie bei einem Switch unverändert vom einen Port an den anderen weitergeleitet werden. Stattdessen werden alle Pakete in Echtzeit analysiert und anhand von Regeln bei Bedarf einer Sonderbehandlung unterzogen. Von Interesse sind bei FilterSurf dabei alle HTTP-Requests (TCP Ports 80, 8080, 3128). Diese werden nicht einfach ins Internet weitergeleitet, sondern an den auf der FSB laufenden lokalen Squid-Proxy-Server umgeleitet. Dieser leitet die Anfragen dann im nächsten Schritt an den Redirector weiter. Der Redirector befragt dann (wieder mit einem HTTP-Request) den FilterSurf-Server im Internet und wartet auf dessen Antwort. Nach wenigen Millisekunden trifft diese ein und der Redirector meldet die Filter-Entscheidung an den Squid, der nun abschließend die Seite aus dem Internet lädt und an den anfragenden Browser sendet. Diese Konstellation bezeichnet man auch als transparenten Proxy-Server, da die Arbeitsplatzrechner gar nicht merken, dass ihre Anfragen über einen Proxy-Server geleitet werden.
Nachdem wir Ihnen jetzt die graue Theorie vermittelt haben, sind Sie sicherlich schon hochmotiviert, die neuen Erkenntnisse auch anzuwenden. Beginnen wir also mit der Installation.
Hier ist eine Liste mit Teilen, die Sie für den Einbau der FSB benötigen:
Bevor Sie aber ihren Netzwerkschrank aufsperren und Patchkabel umstecken, sollten Sie einige Parameter abklären, die im Laufe der Installation von Interesse sind. Hier ist eine Checkliste (im Anhang A können Sie nachlesen, wenn Sie Probleme mit der Beantwortung einer Frage haben):
Alle in dieser Checkliste erwähnten Parameter werden für die erfolgreiche Installation der FSB benötigt.
Da sich die FSB sofort nach dem Einstecken des Stromkabels einschaltet, sollten Sie mit dem Einstecken solange warten, bis es hier in dieser Anleitung explizit verlangt wird.
Sofern für den Zugang zum Internet ein Hardware-Router (DSL oder auch ISDN) verwendet wird, sieht die Ausgangssituation wie folgt aus:
Jetzt bauen Sie die FSB wie unten skizziert zwischen Switch und Router ein. Verwenden Sie dafür die FSB-Anschlüsse mit der Bezeichnungen "Lan1" bzw. "Lan2".
Das Kabel, welches die FSB mit dem Switch verbindet, ist immer ein Patch-Kabel. Interressant bei dieser ganzen Umbau Aktion ist nur die Frage, welches Kabel L ("normales" Patch-Kabel oder Cross-Link-Kabel) Sie verwenden. Sollte Ihr Router gleichzeitig (wie eingezeichnet) ein Hub bzw. ein Switch sein, so nehmen Sie ein Patch-Kabel. Sofern das Kabel K ein Cross-Link-Kabel war, nehmen Sie auch ein Patch-Kabel. In den anderen Fällen wird meist ein Cross-Link-Kabel benötigt. Keine Angst: Falls Sie das falsche Kabel verwenden, geht nichts kaputt. Bei falscher Verkabelung ist die FSB im Netzwerk jedoch unerreichbar.
Für den Fall, dass Sie einen eigenen Rechner (Internet-Gatway, Proxy-Server, usw.) für den Internet-Zugang verwenden, sieht die Ausgangssituation so aus:
Jetzt bauen Sie die FSB wie unten skizziert zwischen Switch und Gateway ein. Verwenden Sie dafür die FSB-Anschlüsse mit der Bezeichnung "Lan1" bzw. "Lan2". Das Kabel L muss nun ein Cross-Link-Kabel sein. Das Kabel, welches die FSB mit dem Switch verbindet, ist immer ein Patch-Kabel.
Falls Sie jetzt unsicher sind, ob Sie die richtigen Kabel für die Verbindung gewählt haben, haben Sie nach dem Einschalten der FilterSurf-Box eine einfache Möglichkeit, die Verkabelung zu überprüfen. Dazu werfen Sie einen Blick auf die Netzwerkbuchsen am Switch, an der FSB und am Gateway/Router. Wenn alles stimmt, sollten diese nach dem Einschalten je nach Modell gelb oder grün leuchten.
Bevor Sie jetzt die FSB einschalten, müssen Sie sie noch konfigurieren (irgendwo müssen ja, wie versprochen, die ganzen anderen ermittelten Parameter Verwendung finden). Dazu haben Sie zwei Möglichkeiten, die in den nächsten beiden Abschnitten beschrieben werden.
Falls Sie eine PS/2-Tastatur und einen Monitor in Reichweite haben, können Sie diese an die FSB anschließen. Dies ist die einfachste Möglichkeit für die Konfiguration der FSB.
Jetzt ist es an der Zeit, die FSB einzuschalten. Schließen Sie dazu das Stromkabel an. Die FSB bootet dann automatisch; dies können Sie auch am Bildschirm verfolgen. Nach ca. 3 Minuten erscheint die Login-Aufforderung. Gleichzeitig gibt die FSB eine charakteristische Tonfolge von sich. Diese können Sie getrost ignorieren; sie ist nur für Leute ohne Monitor wichtig. Lesen Sie nun in Kapitel 3 weiter.
Das Fehlen von Tastatur und Monitor muss jetzt durch Software kompensiert werden. Die Konfiguration der FSB kann nämlich auch über das Netzwerk von einem anderen Rechner aus erfolgen. Für diese Methode der Konfiguration benötigen Sie einen funktionierenden Windows-Rechner, einen SSH-Client (z. B. PuTTY) und eine Leitung zwischen diesem Rechner und der FSB.
Hierzu ist der bisher unerwähnte "Lan3" Anschluss vorhanden. Sie können hier entweder einen Rechner/Laptop direkt mit einem Cross-Link-Kabel anschließen oder mit einem Patch-Kabel einen Switch anschließen, an dem dann wiederum der Rechner für Konfiguration angeschlossen ist. Beide Möglichkeiten sind in untenstehender Skizze nochmals dargestellt.
Nach der erfolgreichen Verkabelung (die nur zur Konfiguration notwendig ist) gehen Sie wie folgt vor.
Für die Erst-Konfiguration ist diese Vorgehensweise nicht möglich, da der FSB noch wichtige Konfigurationsparameter fehlen.
Prinzipiell ist die oben beschriebene Verbindung mit dem Lan3-Anschluss immer möglich. Allerdings ist es im Alltagsbetrieb sehr mühsam bzw. umständlich immer einen Rechner bzw. Switch an Lan3 zu klemmen. Daher können nachträgliche Änderungen an der Konfiguration auch von jedem Rechner aus durchgeführt werden, der am selben Switch (oder wiederum an daran angeschlossenen Switches) hängt wie die FSB mit Lan1 oder Lan2. Zur Konfiguration muss man nun entweder die IP-Adresse der FSB im lokalen Netzwerk (das an Lan1 bzw. Lan2 angeschlossen ist; nicht die bereits bekannte IP-Adresse 192.168.88.8, denn diese gilt nur an Lan3, den wir ja nicht verwenden wollen) kennen oder die Config-Port-Funktion aktivieren.
In diesem Fall läuft die Verbindungsaufnahme mit der FSB völlig analog zum beschriebenen Verfahren bei Verwendung von Lan3 ab. Es muss lediglich die IP-Adresse der FSB eingetragen werden. Falls die Verbindung über den Config-Port aufgebaut werden soll, ist als IP-Adresse z. B. 1.1.1.1 (es funktioniert auch jede andere externe IP-Adresse) zu verwenden und als Port nicht 22, sondern der Config-Port (z. B. 22922).
In diesem Kapitel wird davon ausgegangen, dass Sie eine login-Aufforderung der FSB sehen. In Kapitel 2 wurde im Abschnitt Abschnitt 2.3 bzw. Abschnitt 2.4 erklärt, welche Schritte nötig sind, um zur login-Aufforderung zu gelangen.
Die Konfiguration der FSB ist dialogbasiert. Das verwendete Linux-Tool (dialog) fehlinterpretiert alle Alt-<Taste>-Kombinationen sowie die ESC-Taste. Daher warnen wir eindringlich vor der Benutzung dieser Tasten bei der Konfiguration. Die Navigation sollte mit den Pfeiltasten, der Tab-Taste und der Leer-/Entertaste erfolgen.
Für die Konfiguration der basic: Grundeinstellungen stehen zwei Modi zur Verfügung: der Standardmodus und der Expertenmodus. Im Hauptmenü kann zwischen diesen beiden Modi gewechselt werden. Im Expertenmodus können zusätzliche Parameter, die nur in besonderen Fällen relevant sind, verändert werden. Um die Übersichtlichkeit dieser Anleitung zu erhöhen, wird hier auf die Experten-Einstellungen nicht weiter eingegangen. Kurze erklärende Texte finden sich bei den einzelnen Dialogfenstern im Expertenmodus.
Geben Sie bei der login-Aufforderung als Benutzername setup ein. Bei der ersten Anmeldung lautet das Passwort putes. Dieses Passwort sollten Sie sofort nach der erfolgreichen Anmeldung ändern (vgl. Abschnitt 4.5).
Es erscheint folgendes Konfigurationsmenü:
Beginnen Sie nun mit den Grundeinstellungen.
Wählen Sie im Hauptmenü den Punkt Grundeinstellungen. Es erscheint folgendes Menü:
Die Gesamtkonfiguration ist in kleine Häppchen aufgeteilt. Gehen Sie nun von oben nach unten alle Menüpunkte durch und beantworten Sie mit Hilfe der nachfolgenden Erläuterungen und der automatisch erscheinenden Hilfetexten bei den jeweiligen Menüpunkten alle gestellten Fragen.
Bei der Lieferung der FSB wurde Ihnen auch eine User-ID mitgeliefert. Diese Kennung müssen Sie hier eintragen. Diese Kennung wird verwendet, um die FSB am FilterSurf-Server zu identifizieren. Nur mit gültiger Kennung ist die Filterung möglich.
Hier müssen Sie nun der FSB mitteilen, ob es im Netz einen DHCP-Server (IP-Adressen werden automatisch bezogen) gibt oder ob statische IPs vergeben werden. Im Falle von statischen IPs müssen Sie jetzt auch eine IP für die FSB festlegen sowie alle weiteren Parameter (z. B. Netzwerkmaske, Standard-Gateway und DNS-Nameserver) eintragen.
Am Ende der Netzwerkeinstellungen werden Sie darauf hingewiesen, dass Ihre Einstellungen erst nach einem Neustart der FSB wirksam werden. Da Sie aber bei der Erst-Konfiguration noch weitere Parameter eintragen müssen, lohnt sich der Neustart an dieser Stelle noch nicht. Verlassen Sie stattdessen das Netzwerk-Menü und lesen Sie im Falle der Erst-Konfiguration weiter.
Hier erscheint folgendes Menü:
Wählen Sie Konfiguration: Alles um alle relevanten Fragen in einem Durchlauf abzuarbeiten.
Wenn Sie in der Checkliste im Abschnitt Einbau der FSB einen Proxy-Server ermittelt haben, so sollte dieser hier als sog. cache_peer eingetragen werden. Sie benötigen dann dazu den Namen oder die IP des Proxy-Servers sowie den Port.
Wenn Sie alle Einstellungen eingegeben haben, werden Sie darauf hingewiesen, dass alle Änderungen erst nach dem Neustart des squid wirksam werden. Bei der Erst-Konfiguration kann man auf den Squid-Neustart verzichten, da Sie die FSB in Kürze neu booten werden.
Verlassen Sie nun das Untermenü Squid-Konfiguration und lesen Sie weiter.
Wir wenden uns nun dem Herzstück der FSB zu, dem Redirector. Ähnlich wie bei der Konfiguration des Squid-Proxy-Servers muss auch der Redirector wissen, ob er direkt oder über einen Zwangsproxy die Verbindung zum FilterSurf-Server aufbauen soll. Beim Redirector muss aber unbedingt die IP-Adresse des Proxy-Servers eingetragen werden (bei der Squid-Konfiguration war ja auch die Eingabe seines DNS-Namens möglich).
Bitte beachten Sie, dass hierfür momentan nur Proxy-Server ohne User-Authentifizierung verwendet werden können. Falls Sie einen Proxy-Server mit obligatorischer Anmeldung betreiben und diesen hier verwenden wollen, teilen Sie uns diesen (Sonder-)Wunsch einfach als Erweiterungsvortschlag per E-Mail mit (Kontaktdaten auf der FilterSurf Homepage).
Weiterhin können Sie in diesem Menü auch auswählen, welche Inhalts-Kategorien von der FSB gefiltert werden sollen.
Sofern es sich um die Erst-Konfiguration handelt, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um die FSB neu zu booten, damit alle Änderungen übernommen werden. Wählen Sie dazu im Hauptmenü den Punkt reboot: FSB neu booten.
Für die weiteren Schritte müssen Sie sich nach dem Reboot wieder an der FSB anmelden. Dies wurde ja schon im Abschnitt 2.3 bzw. Abschnitt 2.4 erklärt.
Im Hauptmenü können Sie mit dem Punkt test: Verbindungstest prüfen, ob Ihre bis jetzt getätigten Angaben korrekt sind und die FSB somit eine Verbindung zum FilterSurf-Server herstellen kann. Dazu muss natürlich sichergestellt sein, dass prinzipiell eine Verbindung zum Internet möglich ist (Router/Gateway betriebsbetreit und "online").
Im Erfolgsfall sollte folgende Ausgabe beim Verbindungstest erscheinen:
Bei Fehlern konsultieren Sie Anhang B. Andernfalls können Sie sich jetzt an einen Client setzen und testen, ob die FSB wie gewünscht filtert. Dies wird im nächsten Abschnitt besprochen.
Starten Sie an einem Client Ihren bevorzugten Browser und versuchen Sie z. B. www.google.de zu erreichen. Falls die Google-Seite nicht erscheint konsultieren Sie Anhang B. Andernfalls überprüfen Sie die Filterung, indem Sie beispielsweise die Seite www.sex.de aufrufen (dieser Test kann natürlich nur klappen, wenn auch der Bereich "adult/porn" in den zu filternden Kategorien enthalten ist). Es sollte folgende Seite im Browser erscheinen:
Sollte die Seite wider Erwarten geladen werden, probieren Sie die Lösungsvorschläge in Anhang B.
Damit ist die Grundkonfiguration der FSB abgeschlossen. Im nächsten Kapitel werden die erweiterten Einstellungen beschrieben. Diese sind für die Inbetriebnahme der FSB nicht erforderlich. Sie sollten jedoch sofort dort den Menüpunkt passwd: Setup-Passwort ändern aufrufen, um das Standard-Passwort des setup-Benutzers auf ein sicheres Passwort zu setzen.
In diesem Kapitel werden die einzelnen Punkte im Menü Erweiterte Einstellungen beschrieben. Im Gegensatz zu den Grundeinstellungen erscheinen im Standard- und Expertenmodus immer die gleichen Dialogfenster.
Wie Sie vielleicht aus der Überschrift schließen, läuft auf der FSB eine Firewall (iptables). Die Firewall regelt den Netzwerkverkehr aller IP-Pakete, die durch die FSB hindurch (oder auch direkt zur FSB) müssen. Die Konfiguration einer Firewall wird normalerweise von versierten Netzwerkadministratoren vorgenommen. Daher sind zum Verständnis dieses Menüpunkts zumindest grundlegende Kenntnisse im Umgang mit Paketfiltern notwendig (grober Überblick: Wikipedia: Firewall).
Sofern die FSB ihre IP-Adresse über einen DHCP-Server bezieht besteht für den Systembetreuer das prinzipielle Problem, die dynamisch zugewiesene IP-Adresse der FSB zu ermitteln. Um nachträgliche Änderungen an der Konfiguration der FSB ohne Monitor und Tastatur durchzuführen, wird jedoch normalerweise die IP-Adresse unbedingt benötigt (vgl. hierzu Verbindung ohne Lan3-Anschluss). Aus diesem Grund kann man der FSB beibringen, Pakete, die an einen speziellen TCP-Port addressiert sind, unabhängig von der IP-Adresse, abzufangen. Dieser Port heißt ab jetzt bei der FSB Config-Port. Es ist nämlich damit möglich, die Konfiguration der FSB über eine passwortgesicherte SSH-Verbindung zur FSB durchzuführen, ohne ihre IP-Adresse zu kennen. Lediglich die Kenntnis des Config-Ports reicht dazu aus (vgl. hierzu Verbindung ohne Lan3-Anschluss).
Es leuchtet ein, dass möglichst kein anderer Netzwerkdienst den Port verwenden sollte, der als Config-Port vorgesehen ist. Sollte der Standard-Wert 22922 mit dieser Forderrung kollidieren, kann die Port-Nummer in diesem Menü geändert werden oder sogar der Config-Port komplett deaktiviert werden.
In diesem Dialogfenster sind z. B. Eingaben nötig, falls Sie in Ihrem lokalen Netzwerk (Web-)Server betreiben, die auch vom Internet aus erreichbar sein sollen.
Alle folgenden Firewall-Einstellungen beziehen sich auf das Filter-Verhalten der Firewall. Sie werden in den Dialogen an Ort und Stelle erklärt.
Es ist mit der FSB möglich, den Internetzugang für einzelne Rechner wie auch Rechnergruppen zu sperren bzw. freizugeben. Die Sperrung erfolgt nicht lokal auf den Clients sondern auf der FSB. Dadurch werden Manipulationsversuche erschwert. Dazu ist es zuerst notwendig auf der FSB die einzelnen Rechner bzw. Rechnergruppen einzutragen. Es erscheint folgendes Menü:
Im Menüpunkt groups: Rechnergruppen ansehen/editieren können Rechnergruppen bearbeitet werden und im Menüpunkt single: Einzelne Rechner ansehen/editieren können individuelle Rechner bearbeitet werden.
Die Verwaltung der Einzelrechner ist selbsterklärend. Man kann für jeden Rechner einen frei wählbaren Namen und seine IP-Adresse eintragen. Zu beachten ist jedoch: Sollten die Rechner die IP-Adressen dynamisch beziehen (DHCP), dann muss der DHCP-Server so konfiguriert sein, dass jeder Rechner immer wieder die gleiche IP bekommt (anhand der MAC-Adresse). Falls der DHCP-Server das nicht tut, hat die FSB keine Möglichkeit anhand der IP den Rechner zu ermitteln. Sie haben dann folgende Möglichkeien:
Die Verwaltung von Rechnergruppen hat einen Vorteil: sie ist nicht darauf angewiesen, dass einzelne Rechner immer dieselbe IP bekommen. Sie arbeitet dagegen vorzugsweise mit ganzen Subnetzen. Dementsprechend ist beim Anlegen einer neuen Gruppe ein Subnetz anzugeben.
Beispiele:
| Eintrag | betroffene IPs |
| 10.0.0.0/255.255.255.0 | 10.0.0.0 bis 10.0.0.255 |
| 192.168.0.0/255.255.0.0 | 192.168.0.0 bis 192.168.255.255 |
| 10.10.8.0/255.255.248.0 | 10.10.8.0 bis 10.10.15.255 |
Mehr Informationen zum Thema Subnetze und Netzwerkmasken findet man im IP Adress Subnetting Tutorial.
Zusätzlich besteht die Möglichkeit, auch hier individuelle Rechner (anhand ihrer IP-Adressen) zu einer Gruppe zusammenzufassen. Es gilt dann jedoch die bereits oben erwähnte Einschränkung, dass die Rechner vom DHCP-Server eine feste IP bekommen müssen.
In diesem Menüpunkt kann man für jede eingetragene Gruppe und für jeden eingetragenen Einzelrechner den Internetzugang sperren bzw. freigeben.
Für den Fall, dass für einen Rechner mehrere Regeln zutreffen, gilt:
Die oberste Regel erhält den Zuschlag. In diesem Zusammenhang ist
wichtig, dass die Einzelrechner-Einträge vor den Gruppen-Einträgen abgearbeitet werden.
Hier dazu ein Beispiel: Wir nehmen an, wir haben eine Gruppe 10.0.0.0/255.255.255.0 mit dem
Namen "Raum1" und einen Rechner 10.0.0.15 mit dem Namen "PC15". Ist nun
der Internetzugang von "Raum1" gesperrt, aber für "PC15" erlaubt, so kann im 10.0.0.0 Netz
nur der PC15 surfen. Ist der Internetzugang von "Raum1" erlaubt, aber für "PC15" gesperrt,
so kann jeder im 10.0.0.0 Netz surfen, außer PC15.
Die soeben beschriebene Möglichkeit, im laufenden Betrieb den Internetzugang für Einzelrechner und Rechnergruppen zu verwalten, setzt ja die Kenntnis des Setup-Passworts voraus. Zudem ist diese Bedienoberfläche nicht besonders benutzerfreundlich. Sie ist nicht für den täglichen Gebrauch bestimmt. Eine wesentlich komfortablere Möglichkeit wird in Abschnitt 5.3 beschrieben. Dabei handelt es sich um eine Java-Anwendung, die z. B. auf dem Lehrerrechner läuft.
Hinweis: Dieses Passwort wird nur bei Verwendung der Java-Anwendung (vgl. Abschnitt 5.3) benötigt. Es sollte insbesondere nicht mit dem Setup-Passwort übereinstimmen. Voreingestellt ist als Passwort tuersteher. Dieses Passwort sollte natürlich auch sofort geändert werden.
Bei aktivierter Fernwartung fragt die FSB in regelmäßigen Zeitabständen beim FilterSurf-Server nach, ob eine (verschlüsselte) ssh-Verbindung zur Fernwartung zu ihm aufgebaut werden soll. So ist es den Entwicklern der FSB bei Bedarf möglich, auf die komplette FSB zuzugreifen.
Falls Sie bei der Konfiguration des Redirectors einen Proxy-Server eingetragen haben, wird dieser auch für die Fernwartung verwendet.
Bitte beachten Sie, dass momentan nur Proxy-Server ohne User-Authentifizierung verwendet werden können.
Die nachfolgenden Erläuterungen richten sich an versierte Netzwerk-
oder Linuxadministratoren, die wissen möchten, wie die Fernwartung
technisch realisiert ist. Dadurch können Sie die Sicherheit des
verwendeten Konzepts besser einschätzen und entscheiden, ob Sie die
Fernwartung im Bedarfsfall durch Aktivieren des entsprechenden
Eintrags im Konfigurationsmenü zulassen möchten.
Für die Fernwartung kommt ausschließlich eine authentifizierte
und verschlüsselte SSH-Verbindung zum Einsatz. Diese wird am Anfang
einer Fernwartungssitzung automatisch von der FSB aus zum
FilterSurf-Server aufgebaut. Von dort aus erfolgt der
Zugriff durch die Entwickler über einen sogenannten Remote Tunnel.
Bei Bedarf wird der Datenverkehr über Zwangs-Proxy-Server in Form
eines CONNECT-Requests geleitet (dazu sollte der Zwangs-Proxy-Server so
konfiguriert sein, dass er die CONNECT-Methode für Port 443 erlaubt,
also HTTPS-Verbindungen unterstützt). Der gesamte Datenverkehr wird
von der FSB verschlüsselt. Man-in-the-Middle-Attacken wird durch
striktes HostKey-Checking vorgebeugt. Nach dem Beenden der
Fernwartungssitzung wird der Remote Tunnel wieder geschlossen.
Damit die Entwickler eine Fernwartung durchführen können, müssen Sie
das root-Passwort der FSB kennen. Sie sollten es daher nicht verändern.
Das verwendete (sichere) Initialpasswort ist nur den Entwicklern bekannt.
In diesem Menüpunkt bestehen folgende Möglichkeiten:
Dieses Kapitel befasst sich mit weiterführenden Konfigurationsmöglichkeiten der FSB. Einige Funktionen sollten nur von technisch versierten Benutzern verwendet werden.
Die FSB verfügt über eine lokale Blacklist und Whitelist. Adressen (URLs), die in der lokalen Blacklist stehen, werden unabhängig vom FilterSurf-Server in jedem Fall gesperrt. Seiten, die in der lokalen Whitelist enthalten sind, werden unabhängig vom FilterSurf-Server in jedem Fall zugelassen.
Da der FilterSurf-Server das sogenannte BPjM-Modul der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien verwendet, ist folgender Nutzungshinweis bei der lokalen Whitelist unbedingt zu beachten.
Nutzungshinweise zur lokalen Whitelist
www.filtersurf.de erlaubt die Verwendung einer sog. "lokalen" Whiteliste, die von jedem FilterSurf-Benutzer (Systemadministrator) selbst gepflegt werden kann. In diese Whiteliste können Internet-Domains aufgenommen werden, die nicht gesperrt werden sollen. Mit solchen Einträgen ist es daher möglich, einzelne Einträge den Endbenutzern zugänglich zu machen, auch wenn Sie ohne Whitelist gesperrt worden wären. Wenn sich ein Systemadministrator Klarheit verschaffen möchte, ob ein beabsichtigter Whitelist-Eintrag mit dem BPjM-Modul kollidiert, kann er die fragliche Internetadresse in einer Einzelabfrage an die BPjM schicken: liste@bundespruefstelle.de.
Das sogenannte BPjM-Modul sperrt nur solche Seiten, die von der BPjM auf Antrag indiziert wurden. Es handelt sich dabei um eine kleine, erlesene Auswahl an Internet-Seiten, die teilweise auch strafrechtlich von Belang sind. Das normale Surfen wird durch das BPjM-Modul in keiner Weise beeinträchtigt. Sie müssen sich dabei sowieso um nichts kümmern: Die Einbeziehung des BPjM-Moduls übernimmt ja der FilterSurf-Server für Sie.
Sie haben zur Verwaltung der lokalen Listen zwei Möglichkeiten, die nachfolgend erklärt werden.
Hinweis: Um diese Funktion nutzen zu können, müssen Sie zuerst
den Expertenmodus im Hauptmenü aktivieren.
Die Verwaltung der lokalen Listen befindet sich im Menü
basic: Grundeinstellungen unter dem Punkt redir:
Redirector-Einstellungen. Nach den vom Standardmodus bereits bekannten
Fragen können Sie nacheinander Black- und Whitelisteneinträge editieren. Die
darauf folgenden Fragen können Sie mit dem Vorgabewert beantworten.
Hinweis: Um diese Funktion nutzen zu können, benötigen Sie die Anwendung WinSCP. Nach dem Download und der Installation von WinSCP gehen Sie wie folgt vor:
Wichtig: Sie sollten die Verzeichnis-Anzeige in WinSCP regelmäßig mit Strg-R (oder dem entsprechenden Icon in der Symbolleiste) aktualisieren, um das Verschwinden der redirector.conf-Datei bzw. das Auftauchen der fehler.txt-Datei zu erkennen.
Beachten Sie beim Editieren der Datei, dass Sie hierbei auch auf andere Einstellungen des Redirectors Einfluss nehmen können. Da diese Datei jedoch vom FSB-Konfigurationsmenü ausgelesen wird, sollten keine "unkonventionellen" Änderungen vorgenommen werden.
Hinweis: Um diese Funktion nutzen zu können, müssen Sie zuerst
den Expertenmodus im Hauptmenü aktivieren.
Anschließend muss die Protokollierung im Menü basic: Grundeinstellungen
unter dem Punkt redir: Redirector-Einstellungen eingeschaltet werden.
Nach den vom Standardmodus bereits bekannten Fragen beantworten Sie die Frage
"Soll der Redirector alle Zugriffe in ein Log-File schreiben?" mit "Ja". Die
darauf folgenden Fragen können Sie mit dem Vorgabewert beantworten.
Nachdem Sie den Squid neu gestartet haben, protokollieren die Redirector-Skripte jeden Internet-Zugriff einzeln in die Datei /var/log/messages. Um die Auswertung der Logfiles zu vereinfachen, besteht die Möglichkeit, im setup-Homeverzeichnis unter logs über WinSCP (vgl. vorheriger Abschnitt) die letzten Logs einzusehen. Die relevanten Zeilen sind mit redirector ... ACCGRANT/ACCDENY gekennzeichnet.
Der Aufbau einer solchen Log-Zeile ist wie folgt:
Mar 5 16:30:23 pebble redirector: [10.1.1.5] ACCGRANT http://www.url.de/
Nach dem Datum und der Uhrzeit folgt der Hostname (pebble; hier irrelevant) und das Wort "redirector". Danach werden protokolliert: IP-Adresse des anfragenden Rechners, Filter-Ergebnis (ACCGRANT: erlaubte Seite, ACCDENY: gesperrte Seite), aufgerufene Web-Adresse.
Da der zur Verfügung stehende Speicherplatz auf der FSB begrenzt ist, wird nur eine begrenzte Anzahl an Logfiles aufgehoben (20 Dateien). Außerdem wird darauf hingewiesen, dass die Logfiles beim Ausschalten der FSB gelöscht werden.
Im Abschnitt 4.2 wurde schon beschrieben, wie man Rechnergruppen bzw. Einzelrechner auf der FSB anlegt. Dort wurde auch gezeigt, wie mit Hilfe des setup-Benutzers der Internetzugang für einzelne Rechner oder Gruppen gesperrt bzw. freigegeben werden kann. In diesem Abschnitt wird nun eine komfortablere Möglichkeit vorgestellt, die zudem auch ohne Kenntnis des setup-Passworts funktioniert (und damit für den Einsatz im Unterricht geeignet ist).
Dazu muss auf dem Lehrer-Rechner das Java-Programm Internetsperre, welches sich auf dem FSB-Stick befindet, installiert werden. Falls noch keine Java-Virtual-Machine (JVM) auf dem Lehrer-Rechner vorhanden ist, kann die JVM mit Hilfe des Installers zusätzlich installiert werden.
Anmerkung: Die aktuelle Version des Programms Internetsperre befindet sich auf der FilterSurf-Homepage. Allerdings gibt ist bei diesem Installer keine JVM enthalten.
Nach der Installation befindet sich ein Symbol "Internetsperre" auf dem Desktop. Starten Sie nun dieses Programm. Es erscheint das Hauptfenster.
Nach dem ersten Start müssen im Menü Verbindung ⇒ Parameter ändern die Verbindungseinstellungen einmalig gesetzt werden.
Tragen Sie hier die gleichen Verbindungsparamter ein, wie Sie sie im Abschnitt 2.4 beim Punkt Verbindung ohne Lan3-Anschluss ermittelt haben. Danach müssen Sie das Passwort des Benutzers netcontrol eingeben. Der Standard-Wert ist hier tuersteher. Natürlich sollten Sie dieses Passwort sofort ändern (vgl. Abschnitt 4.2).
Es erscheinen nun alle von Ihnen festgelegten Gruppen und Einzelrechner in der linken oberen Ecke. Diese sollten nun an benutzerfreundliche Positionen verschoben werden. Aktivieren Sie dazu im Menü Ansicht ⇒ verschieben zulassen und verschieben Sie die Symbole wie gewünscht.
Danach deaktivieren Sie die Einstellung Ansicht ⇒ verschieben zulassen wieder, um unbeabsichtigtes Verschieben zu vermeiden. Beenden Sie nun das Programm, um die Verbindungseinstellungen und Positionen zu speichern.
Bei jedem weiteren Start erscheinen alle Symbole an den festgelegten Positionen und es muss nur noch das Passwort des Benutzers netcontrol eingegeben werden. Danach kann der Internet-Zugang für jedes einzelne Symbol separat gesperrt oder freigegeben werden. Folgende intuitive Farbkodierung wurde verwendet: rot bedeutet gesperrt, grün bedeutet freigegeben.
Bitte beachten Sie, dass alle Änderungen erst wirksam werden, wenn Sie Zustand übernehmen ausgewählt haben.
Die folgenden Aussagen treffen in obigen Beispiel zu:
Die FSB kann Software-Updates, die Fehler beheben oder neue Funktionen enthalten, automatisch vom FilterSurf-Server herunterladen. Dies wird als AutoUpdate bezeichnet. Im Auslieferungszustand der FSB ist die AutoUpdate-Funktion aktiviert, da wir den Einsatz ausdrücklich empfehlen. Sie können dieses Verhalten jedoch im Menü advanced: Erweiterte Einstellungen jederzeit ändern. Dort besteht auch die Möglichkeit, bereits heruntergeladene Updates einzusehen.
AutoUpdates können derzeit auf Grund der dabei zum Einsatz kommenden Technik nur kleinere Veränderungen an der FSB vornehmen. Größere Veränderungen oder Aktualisierungen des zu Grunde liegenden Linux-Betriebssystems werden damit nicht durchgeführt. Stattdessen bieten wir in solchen Fällen ein vollständiges Abbild des FSB-Betriebssystems zum Download an (sogenannte FSB Revisionen). Dieses kann dann mit Hilfe des FSB-Sticks auf die FSB überspielt werden.
Wenn die Funktion AutoUpdate aktiviert ist, sieht die FSB einmal am Tag auf dem FilterSurf-Server nach, ob es Updates gibt, die noch nicht heruntergeladen wurden. Falls es keine neuen Updates gibt, gibt es nichts zu tun. Andernfalls werden alle verfügbaren Updates nacheinander heruntergeladen und installiert. Um die Integrität der Updates sicherzustellen signieren wir diese mit einem GPG-Schlüssel. Die FSB prüft nach dem Download diese Signatur und fährt nur bei einer gültigen Signatur mit der Installation fort. Durch dieses Vorgehen wird sichergestellt, dass keine gefälschten oder kompromittierten Updates auf die FSB gelangen.
Mit Hilfe des FSB-Sticks sind folgende Aktionen möglich:
Alle Punkte werden hier genauer beschrieben. Bei allen diesen Aktionen muss immer zunächst die FSB mit dem FSB-Stick gebootet werden. Gehen Sie dazu wie folgt vor:
Die Konfigurationsdateien mit allen getroffenen Einstellungen können auf den Stick gespeichert werden. Dies ist in mehreren Situationen sinnvoll: Zum einen können Sie eine funktionierende Konfiguration so bequem sichern, zum anderen können Sie eine gesicherte Konfiguration nach einem Revisions-Update (vgl. unten) wieder zurückspielen.
Größere Updates, wie etwa Austausch des Linux-Betriebssystems (neuer Kernel), die nicht über die AutoUpdate-Funktion (vgl. Abschnitt 5.4) erfolgen, sind als Revisions-Updates unter www.filtersurf.de verfügbar. Dabei handelt es sich um komplett-Images der FSB. Da beim Aufspielen einer neuen Revision die komplette FSB überschrieben wird, werden insbesondere auch Ihre individuellen Einstellungen überschrieben. Daher müssen die Konfigurationsdateien vorher auf den FSB-Stick gesichert werden (vgl. oben).
Um eine neue Revision auf die FSB zu spielen, also eine Revisions-Update vorzunehmen, gehen Sie wie folgt vor:
Der FSB-Stick bietet Ihnen auch die Möglichkeit die komplette FSB in einem Image auf den FSB-Stick zu sichern.
Ein komplettes Images benötigt typischerweise knapp 40 MB. Mit einem Komplett-Image ist es möglich, die FSB zu jedem späteren Zeitpunkt auf genau den gesicherten Zustand zurückzusetzen. Wir empfehlen daher eine solche Komplett-Sicherung vor jedem Revisionsupdate.
Hier werden detailliert die Schritte erklärt, wie man die Fragen in der Checkliste im Abschnitt Einbau der FSB klären kann.